Warum dein Brand Narrativ zu rational ist (und warum überemotional auch bei rationalen Denkern klappt)
"Wir haben unsere Vision klar. Unsere Werte stehen. Warum fühlt sich unsere Marke trotzdem... flach an?"
Gegenfrage: "Was fühlt jemand, wenn er mit euch arbeitet?"
Äähmmm …
Dann: "Professionalität. Expertise. Verlässlichkeit."
"Und was fühlt jemand, wenn er Apple kauft?"
"Innovation. Status. Anders sein."
"Siehst du den Unterschied?"
Ein Brand Narrativ ist keine Strategie. Es ist ein Bauchgefühl.
Wir denken, ein Brand Narrativ ist die Geschichte, die wir erzählen.
Ist es aber nicht.
Ein Brand Narrativ ist der gedankliche Rahmen – das nach außen wahrnehmbare Bauchgefühl, das deine Marke erzählt.
Es transportiert Purpose, Vision, Werte und die tiefe Essenz deiner Organisation.
Aber nicht in Bullet Points.
Nicht in Statements.
In einer einfachen Geschichte, die ein echtes Gefühl erzeugt.
Die meisten Brand Narrative sind aber zu rational.
Sie erklären, was das Unternehmen tut.
Sie erklären, warum es das gut tut.
Aber sie verkaufen kein Bauchgefühl.
Und ohne Bauchgefühl? Keine echte Bindung.
Starke Marken verkaufen keine Produkte. Sie verkaufen Zukünfte.
Ein starker Brand Narrativ ist weniger rational und mehr überemotional.
Das Ziel ist nicht, zu erklären.
Das Ziel ist, gewünschte Emotionen und Zielbilder extrem sichtbar zu machen.
Denn die stärksten Marken verkaufen – oder erzeugen – ein Bauchgefühl.
Denk an Apple.
Wenn du Apple nutzt, spürst du:
- Innovation
- Think Different
- Eleganz
- Den Status Quo brechen
Das steht nirgendwo explizit.
Aber du fühlst es.
Bei jedem Touchpoint.
Beim Auspacken. Beim Interface. Beim Design. Beim Preis.
Jeder Punkt verstärkt dasselbe Narrativ.
Und warum funktioniert das?
Weil der Kern-Narrativ eine Spur überemotionalisiert ist.
Die Abschwächung ist unvermeidlich
Wenn du deinen Brand Narrativ formulierst, musst du übertreiben.
Nicht lügen. Nicht bullshitten.
Aber: Überemotionalisieren.
Warum?
Weil eine Abschwächung sowieso folgt.
Dein Narrativ muss durch tausend Touchpoints fließen:
- Deine Website
- Deine LinkedIn-Posts
- Deine Gespräche
- Deine E-Mails
- Deine Präsentationen
- Die Art, wie deine Mitarbeiter sprechen
Und bei jedem dieser Touchpoints verliert das Narrativ an Intensität.
Das ist nicht schlimm. Das ist normal.
Aber wenn dein Kern-Narrativ schon rational und abgeschwächt ist?
Dann bleibt am Ende: Nichts.
Keine Emotion. Kein Gefühl. Keine Bindung.
Nur Fakten.
Und Fakten vergisst man.
Der Unterschied zwischen "gut" und "unvergesslich"
Vergleich diese zwei Narrative:
Narrativ A (rational):
"Wir helfen Unternehmen, ihre Prozesse zu optimieren und ihre Mitarbeiter weiterzuentwickeln."
Narrativ B (überemotional):
"In jedem Unternehmen schläft eine Kraft, die darauf wartet, gesehen zu werden. Wir wecken sie nicht bloß mit Prozessen. Wir wecken sie, indem wir Menschen helfen, sich selbst wiederzufinden."
Beide sagen im Kern dasselbe.
Aber welches fühlst du?
Welches erzeugt ein Bild in deinem Kopf?
Welches würdest du dir merken?
Das ist der Unterschied zwischen einem rationalen Statement und einem Brand Narrativ, das ehrlich trägt.
Der Test für dein Narrativ
Du kannst dein Brand Narrativ mit einer einzigen Frage testen:
Wenn jemand mit deiner Marke interagiert – was fühlt er?
Nicht: Was denkt er.
Nicht: Was versteht er.
Was fühlt er.
Wenn die Antwort "Professionalität" oder "Verlässlichkeit" ist – dann hast du kein Narrativ.
Dann hast du eine Beschreibung.
Ein starkes Brand Narrativ verkauft Emotion und ein positives Zukunftsbild.
Es zeigt deiner Zielgruppe nicht, was du tust.
Es zeigt ihr, wer sie wird, wenn sie mit dir arbeitet.
Und das?
Das kannst du nicht rational erklären.
Das musst du fühlbar machen.
P.S. Und falls du jetzt denkst: „Stopp – unsere Zielgruppe sind rationale Denker!" ... Ja, das mag sein. Dennoch entstehen neurowissenschaftlich bewiesen 95 % aller Kaufentscheidungen durch das limbische System – also emotional und unbewusst. Dein Brand-Narrativ ist dafür verantwortlich, dieses System mit einem Bauchgefühl zu versorgen. Das Bauchgefühl können wir dann immer noch mit Zahlen, Daten und Fakten untermauern.
Wenn du merkst, dass dein Brand Narrativ zwar klar ist – aber niemand sich daran erinnert – dann lass uns reden.
Bei storystark.de baue wir keine rationalen Beschreibungen. Wir bauen Narrative, die bleiben.